Schnellkurs Liquiditätsbeschaffung

In wenigen Schritten das Wichtigste lernen

So geht's

In diesem Schnellkurs lernen Sie, wie Sie die Liquidität Ihres Unternehmens erhöhen. Sie erfahren, wie Sie mehr Geld für Ihre akuten Zahlungsverpflichtungen zur Verfügung haben. Damit senken Sie Ihr Insolvenzrisiko, insbesondere natürlich in Krisenzeiten. Daneben bedeutet mehr Liquidität aber im besten Fall auch mehr unternehmerischen Gestaltungsspielraum. Zum Beispiel können Sie frei gewordenes Geld für Investitionen nutzen.

Wir haben den Kurs so aufgebaut, dass wir Ihnen erst zeigen, wie Sie kurzfristig Ihre Liquidität erhöhen können. Das ist in einer Krise besonders wichtig. Danach zeigen wir Ihnen, wie Sie mittel- und langfristig Ihre Liquidität verbessern und Spielräume gewinnen können.

Es gibt im Prinzip natürlich zwei Möglichkeiten, die Liquidität zu erhöhen:

  • Einzahlungen erhöhen
  • Zahlungsverpflichtungen verringern

Beide haben ihre Grenzen. In einer Krise z.B. wird es nicht einfach möglich sein, zusätzliche Einnahmen zu generieren – sonst wäre es keine Krise. Ähnliches gilt auch, wenn Zahlungsverpflichtungen reduziert werden sollen: Je knapper die Zeit, desto schwieriger ist dies.

Daher ist beim Thema „Liquidität beschaffen“ eine weitere Option die eigentlich entscheidende: Die Frage, ob ich Ein- und Auszahlungstermine verschieben kann. Gerade in Krisen liegen hier die realistischsten Hebel.

Ein grundsätzlicher Tipp vorweg: Damit Sie einen Überblick über Ihre Liquidität haben, sollten Sie eine Liquiditätsplanung machen. Mit der Planung können Sie Ihre größten Liquiditätsrisiken erfassen und ausrechnen, wie sich die unterschiedlichen Maßnahmen auswirken. Wie Sie Ihre Liquidität planen können, erfahren Sie in unserem Schnellkurs Liquiditätsplanung.

Beginnen wir also damit, wie Sie Ihre Liquiditätssituation kurzfristig (im Sinne von schnell wirksam) verbessern können. Viele Maßnahmen stellen natürlich Einmaleffekte dar – haben Sie das System einmal umgestellt, lässt sich der Effekt nicht noch ein zweites Mal erzielen. Andererseits sollten Sie die Krise nutzen, um Ihr Unternehmen generell auf liquiditätsschonende Abläufe umzustellen.

Kurzfristige Maßnahmen

Wenn Sie dies nicht ohnehin schon immer praktiziert haben, ist jetzt eine gute Gelegenheit, mit Ihren Lieferanten möglichst lange Zahlungsziele zu vereinbaren. Wenn Sie eine Rechnung nicht heute, sondern z.B. erst in 60 Tagen zahlen müssen, liegt das Geld länger auf Ihrem Konto bzw. hat eine Chance, in der Zwischenzeit dort einzugehen.

Möglicherweise müssen Sie in einer akuten Liquiditätsklemme auch Skonto-Fristen ausreizen. Dies ist zwar rechnerisch eine der teuersten Finanzierungsformen überhaupt (2 Prozent Skonto bei Zahlung innerhalb von 14 Tagen bedeuten einen Jahreszins von 48 Prozent, wenn man den Zahlungsaufschub als Kredit des Lieferanten interpretiert). Aber wenn es finanziell eng wird, muss man in manch sauren Apfel beißen.

Alles, was für Ihre Lieferanten gilt, lässt sich umgekehrt auf Ihre Kunden übertragen: Vereinbaren Sie möglichst keine langen Zahlungsziele, versuchen Sie Teilleistungen sofort abzurechnen – und gewähren Sie Skonto!

Sie können und sollten in schwierigen Phasen natürlich immer überlegen, ob Sie Ihr Unternehmerentgelt verringern (können). Bei einer Kapitalgesellschaft, wie z.B. die GmbH, verringern Sie Ihr Gehalt, bei einer Personengesellschaft verringern Sie Ihre Privatentnahmen.

Wichtig ist dabei, dass Sie mit Ihrer Familie sprechen und die veränderte Situation Ihres Unternehmens nicht verheimlichen. Wenn Sie Ihr Unternehmen zusammen mit Partnern führen, sollten Sie mit denen zusammen besprechen, wie Sie gemeinsam Ihre Unternehmerentgelte verringern.

Damit Sie ermitteln können, wie hoch Ihre privaten Ausgaben sind, können Sie das Liquiditätstool der FIRMENHILFE nutzen.

In Krisenphasen sollte das Finanzamt einer Ihrer ersten Ansprechpartner sein. Wenn Sie nämlich weniger erwirtschaften werden als geplant, müssen sie auch nicht die ursprünglich geplanten Vorauszahlungen bei Einkommen- bzw. Körperschaftssteuern und Gewerbesteuer leisten. Beantragen Sie eine Anpassung.

In Zeiten großer Wirtschaftskrisen wie der Corona-Pandemie kann der Staat seine Finanzämter zudem anweisen, alle Arten von Steuerzahlungen für eine gewisse Zeit zu stunden. Das bedeutet, dass Sie die Zahlungen nach hinten verschieben können.

Zudem können Sie einen Vollstreckungsaufschub beantragen, sodass Sie überfällige Steuerschulden zunächst nicht zahlen müssen. Dies betrifft die Einkommen- und Körperschaftsteuer sowie die Umsatzsteuer.

Mehr Informationen erhalten Sie beim Finanzamt.

Was Sie beim Umgang mit dem Finanzamt beachten sollten, erfahren Sie hier:

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Sie Ihre Personalkosten in der Krise schnell verringern können: Kurzarbeit und die Stundung von Sozialabgaben.

Eine schwierige wirtschaftliche Entwicklung oder auch ein unvorhersehbares Ereignis, wie zum Beispiel die Corona-Pandemie 2020, kann Kurzarbeit in Ihrem Betrieb notwendig machen. Mit Kurzarbeitergeld können die daraus folgenden Entgeltausfälle in Teilen ausgeglichen werden. Die Sozialversicherungsbeiträge für die ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.

Stundung von Sozialabgaben bedeutet, dass Sie Sozialabgaben Ihrer Mitarbeiter für Krankenkasse und Pflegeversicherung erst ein paar Monate später zahlen müssen.

Für die Stundung müssen Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen und einen Antrag bei der jeweilig zuständigen Krankenkasse stellen. Weitere Informationen erhalten Sie bei den Krankenkassen. Die Voraussetzungen erfahren Sie kurz hier:

 

Möglicherweise müssen Sie auch Mitarbeiter entlassen, um Ihr Unternehmen zu retten. Was Sie bei der Kündigung beachten müssen, erfahren Sie hier:

Wenn die Verringerung der Zahlungsverpflichtungen nicht ausreicht, müssen Sie die Einzahlungen erhöhen. Das können Sie kurzfristig über eine Finanzspritze versuchen. Der Staat legt in Krisenzeiten wie Corona oft schnell entsprechende Hilfsprogramme auf. Wenn es ein Zuschuss-Programm ist, müssen Sie das Geld nicht wieder zurückbezahlen. Wenn es ein Darlehensprogramm ist, sind die Zinsen höchstwahrscheinlich geringer als sonst, aber Sie müssen den Kredit zu einem späteren Zeitpunkt zurückzahlen.

Zuschussprogramme:

Darlehensprogramme:

Mittel- und langfristige Maßnahme

Wenn Sie Ihre Zahlungsverpflichtungen bei Personal und Steuern verringert und Ihre Liquidität über Zuschüsse und Kredite kurzfristig gesichert haben, sollten Sie sich darüber Gedanken machen, wie Sie Ihre Umsätze wieder erhöhen und Ihre Kosten verringern können.

Die FIRMENHILFE unterstützt Sie sowohl mit einem Ratgeber zum Umbau des Geschäftsmodells, als auch mit kostenlosen Online-Workshops zum Thema Geschäftsmodell:

Versuchen Sie dabei, planbarere Einnahmeströme zu finden: Wo sind Lizenz- oder Abo-Modelle möglich? Gibt es Folgegeschäft, das in Marketing und Vertrieb ganz systematisch eingeworben werden kann? usw.

Um dauerhaft Ihre Liquidität zu sichern, müssen Sie auch in Betracht ziehen, ob Sie Ihr Geschäftsmodell grundsätzlich ändern. Das kann bedeuten, dass Sie neue Investitionen tätigen müssen. Hierfür gibt es zahlreiche Förderprogramme von Bund und Ländern.

Und ein Tipp zum Schluss:
Wenn sich abzeichnet, dass alle Ihre Maßnahmen nicht ausreichen, um Ihre Zahlungsfähigkeit zu sichern, sollten Sie möglichst immer auch die finale Option „Insolvenz“ im Hinterkopf haben. Sie zieht einen gewissen Schlussstrich und bedeutet heutzutage auch längst nicht mehr, dass man stigmatisiert, auf ewig verschuldet und ohne Chance auf einen wirtschaftlichen Neubeginn ist. Dies zu wissen kann helfen, schwierige Phasen zu überstehen und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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Weitere Kurse, Tipps und Informationen finden sie in unserem FIRMENHILFE Krisen-Cockpit und in unserem Podcast "FIRMENHILFE - KriseChance"

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bhp