Krise

Steuerschulden?
Ja, mit dem Finanzamt lässt sich reden!

Inhaltsverzeichnis

12.05.2021

Viele unserer Anrufer*innen wenden sich an uns, weil sie Steuerschulden beim Finanzamt haben. In der Regel kann es dann schnell ungemütlich werden.

In diesem Beitrag liest du, welche häufigen Gründe es für Steuerschulden gibt, wie diese vermieden werden können, welche Schritte das Finanzamt bei Steuerschulden einleitet und welche Möglichkeiten der Verhandlung es gibt.

Welche Gründe für Steuerschulden gibt es?

Folgend stellen wir dir die sechs häufigsten Gründe für Steuerschulden vor:

  1. Vorauszahlungen wurden nicht fristgemäß getätigt
  2. Umsätze waren doch höher als ursprünglich angegeben und es kommt zu hohen Nachzahlungen
  3. Verzug bei der Abgabe von Steuererklärungen
  4. Rechtskräftige Steuer-Schätzung seitens des Finanzamtes durch nicht erfolgten Widerspruch
  5. Keine Bildung von Steuerrücklagen bzw. Verwendung als Liquiditätsreserve
  6. Nachzahlungen als Folge einer Betriebsprüfung

Bei allen genannten Gründen besteht das Problem darin, dass neben den laufenden Steuerzahlungen die Steuerschulden zu bewältigen sind. Das kann die Liquidität ganz schön in Probleme bringen, hauptsächlich bei schwankenden Umsätzen.

Wie können Steuerschulden vermieden werden?

Folgend listen wir die wichtigsten Punkte auf, wie du Steuerschulden vermeiden kannst:

  • Die wichtigste präventive Maßnahme besteht darin, ausreichend Steuerrücklagen zu bilden. Als Daumenregel gilt: 25-35 % des monatlichen Ertrags, parke das Geld am besten auf einem Extra-Konto.
  • Halte dich an sämtliche Fristen für die Abgabe von Erklärungen und für Zahlungen. Melde dich beim Finanzamt, wenn du absehen kannst, dass Fristen nicht eingehalten werden können. Es besteht die Möglichkeit einer Fristverlängerung.
  • Plane deine Umsätze anhand einer regelmäßigen Liquiditätsplanung. Unser Excel-Tool "Liquiditätsplanung"  hilft dir dabei und errechnet die zu zahlende Umsatzsteuer für dich.
  • Kündige beim Finanzamt an, wenn die Umsätze niedriger oder höher ausfallen und beantrage eine Anpassung der Vorauszahlungen.
selbstständig Steuererklärung, Steuern im Griff haben

Steuern für Selbstständige und Freiberufler
Welche Steuerarten sind wichtig?

Welche Schritte kann das Finanzamt bei Steuerschulden und nicht eingehaltenen Pflichten einleiten?

Das Finanzamt hat folgende Reaktionsmöglichkeiten nach Stufen aufgebaut (dies muss nicht zwangsläufig in der dargestellten Reihenfolge geschehen):

  1. Stufe: Mahnung per Post
  2. Stufe: Besuch durch einen Vollziehungsbeamten
  3. Stufe: Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung oder Offenbarungseid
  4. Stufe: Pfändung von Gegenständen
  5. Stufe: Kontopfändung
  6. Stufe: Androhung einer Gewerbeuntersagung
  7. Stufe: Gewerbeuntersagungsbescheid
  8. Stufe: Drittschuldnererklärung
  9. Stufe: Fremdinsolvenz

Die Frage ist nun: Was tun? Kann man denn überhaupt mit dem Finanzamt reden? Unsere Antwort lautet: Ja! Es gibt ein paar Regeln, auf die du achten solltest, wenn du in Kommunikation mit dem Finanzamt trittst. Fünf davon geben wir dir hier direkt an die Hand.

Wie Selbständige ihr Geld schützen, wenn die Pfändung droht

Pfändung und Pfändungsschutzkonto
So schützen Sie Ihr Geld

Was tun?
Fünf Regeln im Umgang mit dem Finanzamt bei Steuerschulden:

  1. Suche umgehend den persönlichen Kontakt mit deinem Ansprechpartner im Finanzamt. Warte nicht zu lange, das wird negativ ausgelegt. Zudem spielt bei der Festlegung von Ordnungsgeldern eine Rolle, wie es um die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bestellt war.
  2. Unterbreite einen realistischen (!) Vorschlag für eine Stundung. Denn das Problem verschärft sich, wenn du schon nach zwei Monaten die vereinbarten Raten nicht mehr zahlen kannst. Als Faustregel gilt: Am besten funktioniert eine Anzahlung einer größeren Summe. Der Rest kann dann in Raten gezahlt werden. In der Regel darf es nicht länger als 6 Monate dauern, bis alle Schulden beglichen sind.
  3. Versuche Absprachen schriftlich festzuhalten wegen möglicher Wechsel der Ansprechpartner*innen.
  4. Hole dir fachliche Unterstützung vom Steuerberater*innen.
  5. Spiele mit offenen Karten, so ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Fiskus zu einigen, am größten.

 

Kostenlose Beratungshotline für Hamburger Soloselbstständige und kleine Firmen

Termin vereinbaren

Wie gefällt dir dieser Beitrag?

Alle Tipps, Tools und Kurse zu dem Thema Krise findest du hier:

bhp