Unternehmenskrise
19.05.2017

Steuerschulden?
Ja, mit dem Finanzamt lässt sich reden!

Wollen Sie an Ihrem Geschäftsmodell arbeiten?

Viele unserer Anrufer wenden sich an uns, weil sie Steuerschulden beim Finanzamt haben. In der Regel kann es dann schnell ungemütlich werden.

In diesem Beitrag lesen Sie, welche häufigen Gründe es für Steuerschulden gibt, wie diese vermieden werden können, welche Schritte das Finanzamt bei Steuerschulden einleitet und welche Möglichkeiten der Verhandlung es gibt.

Welche Gründe für Steurschulden gibt es?

Folgend stellen wir Ihnen die sechs häufigsten Gründe vor:

  1. Vorauszahlungen wurden nicht fristgemäß getätigt
  2. Umsätze waren doch höher als ursprünglich angegeben und es kommt zu hohen Nachzahlungen
  3. Verzug bei der Abgabe von Steuererklärungen
  4. Rechtskräftige Steuer-Schätzung seitens des Finanzamtes durch nicht erfolgten Widerspruch
  5. Keine Bildung von Steuerrücklagen bzw. Verwendung als Liquiditätsreserve
  6. Nachzahlungen als Folge einer Betriebsprüfung

Bei allen genannten Gründen besteht das Problem darin, dass neben den laufenden Steuerzahlungen die Steuerschulden zu bewältigen sind. Das kann die Liquidität ganz schön in Probleme bringen, v.a. bei schwankenden Umsätzen.

Wie können Steuerschulden vermieden werden?

Folgend listen wir die wichtigsten Punkte auf, wie Sie Steuerschulden vermeiden können:

  • Die wichtigste präventive Maßnahme besteht darin, ausreichend Steuerrücklagen zu bilden. Als Daumenregel gilt: 25-35% des monatlichen Ertrags, parken Sie das Geld am besten auf einem Extra-Konto.
  • Halten Sie sich an sämtliche Fristen für die Abgabe von Erklärungen und für Zahlungen. Melden Sie sich beim Finanzamt wenn Sie absehen können, dass Fristen nicht eingehalten werden können. Es besteht die Möglichkeit einer Fristverlängerung.
  • Planen Sie Ihre Umsätze anhand einer regelmäßigen Liquiditätsplanung. Unser Excel-Tool "Liquiditätsplanung"  hilft Ihnen dabei und errechnet die zu zahlende Umsatzsteuer für Sie.
  • Kündigen Sie beim Finanzamt an, wenn die Umsätze niediger oder höher ausfallen  und beantragen Sie eine Anpassung der Vorauszahlungen.

Welche Schritte kann das Finanzamt bei Steuerschulden und nicht eingehaltenen Pflichten einleiten?

Das Finanzamt hat folgende Reaktionsmöglichkeiten nach Stufen aufgebaut (dies muss nicht zwangsläufig in der dargestellten Reihenfolge geschehen):

  1. Stufe: Mahnung per Post
  2. Stufe: Besuch durch einen Vollziehungsbeamten
  3. Stufe: Abgabe einer EV (eidesstattliche Versicherung oder Offenbarungseid)
  4. Stufe: Pfändung von Gegenständen
  5. Stufe: Kontopfändung
  6. Stufe: Androhung einer Gewerbeuntersagung
  7. Stufe: Gewerbeuntersagungsbescheid
  8. Stufe: Drittschuldnererklärung
  9. Stufe: Fremdinsolvenz

Die Frage ist nun: Was tun? Kann man denn überhaupt mit dem Finanzamt reden? Unsere Antwort lautet: Ja! Es gibt ein paar Regeln auf die Sie achten sollten, wenn Sie in Kommunikation mit dem Finanzamt treten. Fünf davon geben wir Ihnen hier direkt an die Hand.

Was tun?
Fünf Regeln im Umgang mit dem Finanzamt bei Steuerschulden:

  1. Suchen Sie umgehend den persönlichen Kontakt mit Ihrem Ansprechpartner im Finanzamt. Warten Sie nicht zu lange, das wird negativ ausgelegt. Zudem spielt bei der Festlegung von Ordnungsgeldern eine Rolle, wie es um die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bestellt war.
  2. Unterbreiten Sie einen realistischen (!) Vorschlag für eine Stundung. Denn das Problem verschärft sich, wenn Sie schon nach zwei Monaten die vereinbarten Raten nicht mehr zahlen können. Als Faustregel gilt: Am besten funktioniert eine Anzahlung einer größeren Summe. Der Rest kann dann in Raten gezahlt werden. In der Regel darf es nicht länger als 6 Monate dauern, bis alle Schulden beglichen sind.
  3. Versuchen Sie Absprachen schriftlich festzuhalten wegen möglicher Wechsel der Ansprechpartner.
  4. Holen Sie sich fachliche Unterstützung vom Steuerberater.
  5. Spielen Sie mit offenen Karten, so ist die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Fiskus zu einigen, am größten.

 

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bhp