Organisation
20.03.2020

Corona-Krise
Kündigung von Mitarbeiter*innen

Informieren Sie sich hier zu unserem
Beratungsangebot während der aktuellen Corona-Krise

Corona Krise meistern!

FIRMENHILFE Krisen-Cockpit

Firmensitz in Hamburg?

Jetzt beraten lassen!

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass unsere Lektorats- und Qualitätssicherungsprozesse unter den besonderen Umständen verkürzt sind.

Wer jetzt eine schwierige Auftragslage hat oder wessen Geschäfte komplett zum Erliegen gekommen sind, fragt sich, ob und wie er seinen Mitarbeitern jetzt kündigen kann und was dabei zu beachten ist. Wir haben dazu Christian Schüler, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei Thales Wirtschaftsrecht in Hamburg, befragt.

Erst einmal ist wichtig zu wissen, dass wer bis zu zehn Mitarbeiter hat, nicht dem Kündigungsschutzgesetz unterliegt. Erst ab einer regelmäßigen Personalstärke von 10,25 Mitarbeitern kommt dieses Gesetz zur Anwendung. „Wer seinen Betrieb in Gefahr sieht, kann also ganz normal fristgerecht kündigen“, erklärt Schüler. „Unternehmer*innen sollten dabei lediglich darauf achten, dass die Kündigung formal richtig ist und die Zustellung gesichert ist.“

Aufhebungsverträge werden Sie in der aktuellen Situation eher nicht durchgesetzt bekommen. Ein Aufhebungsvertrag setzt das Einverständnis des Arbeitnehmers voraus, der aber hierdurch in der Regel erstmal eine Sperrfrist vom Arbeitsamt bekäme, was sicherlich zur Zeit nicht in ihrem oder seinem Sinne wäre (und sicherlich auch nicht in Ihrem…). Wenn Sie Personalkosten reduzieren müssen, kommt für Sie ggf. auch das Thema Kurzarbeit in Frage.

Wie auch immer Sie es handhaben – bitte bedenken Sie, dass es für Ihre Angestellten eine extreme Situation ist und hier nun auch Feingefühl gefragt ist. Also wählen Sie zuerst das persönliche Gespräch, in dem Sie erklären, warum dieser Schritt jetzt für Ihr wirtschaftliches Überleben notwendig ist, bevor Sie die formale Zustellung der Kündigung in die Wege leiten.

Die richtige Formulierung

Wie kündige ich also richtig? Es klingt vielleicht banal, aber bestimmte Formalia sollten eingehalten werden, damit die Kündigung nicht angefochten werden kann. Kündigen Sie schriftlich und nehmen Sie Bezug auf den Arbeitsvertrag. Wählen Sie eine Formulierung wie z.B. „Hiermit kündigen wir ordentlich zum nächst zulässigen Termin. Nach unserer Berechnung ist das der xx.xx.“ Damit stellen Sie sicher, dass selbst, falls Sie sich im Termin verrechnet haben sollten, der laut Vertrag oder Gesetz nächst zulässige Termin gültig ist.

Die Zustellung

Da die Kündigung schriftlich erfolgen und unterschrieben sein muss, kommt eine E-Mail nicht in Frage – sie muss auf dem Postwege bzw. persönlich zugestellt werden. Sehen Sie den oder die Mitarbeiterin also noch im Betrieb, händigen Sie sie persönlich aus. Sind schon alle im Home-Office, ist es etwas komplizierter. Die Kündigung muss „in den Empfangsbereich“ des Mitarbeiters kommen, womit sein Briefkasten gemeint ist. Allerdings ist dies keine nachweisbare Zustellung.

Sie haben die Wahl zwischen mehreren Optionen und sollten gut abwägen, welche Ihnen am sinnvollsten erscheint. Zum Einen das Einwurfschreiben, was allerdings nur einen Nachweis über die Zustellung, nicht aber über den Inhalt des Umschlags gibt – wenn es jemand drauf anlegt, kann er behaupten, der Umschlag sei leer gewesen.

„Dann gibt es noch das sogenannte Einschreiben mit Rückschein, aber das ist meiner Meinung nach nie das Mittel der Wahl, denn dessen Annahme kann man verweigern. In dem Fall geht es erstmal zurück zur Post und der ganze Kündigungsprozess kann sich schnell um einen Monat verzögern“, erklärt Christian Schüler.

Die sicherste – wenn auch aufwändigste – Methode sei es, eine vertraute Person als Zeug*in zu nehmen, der zuschaut, wie man die Kündigung in den Umschlag steckt und der diese Kündigung in den Briefkasten des Mitarbeiters bzw. der Mitarbeiterin wirft und dies alles fotografisch dokumentiert und protokolliert. „Es geht hier vor allem darum, eine Verzögerung zu vermeiden, die möglicherweise das Vertragsverhältnis einen oder mehrere Monate länger bestehen lassen“, so der Fachanwalt.

von Silke Evers

Bewerten Sie uns
Wie gefällt Ihnen diese Seite?

Teilen Sie diesen Beitrag

Kommen sie aus Hamburg?
Dann berät Sie die FIRMENHILFE kostenlos!

Bitte beachten Sie dazu unsere aktuellen Informationen

Beratung holen

Unser Newsletter für Selbstständige
Know How, Tipps und Termine für Selbstständige

bhp