Unternehmenskrise
02.04.2020

Selbstständigkeit
Geschäftsmodell anpassen in der Krise

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Patrick Stähler – international bekannter Experte für Geschäftsmodelle – gibt Tipps, wie auch Solo-Selbstständige und Kleinunternehmer ihr Geschäftsmodell in der Krise anpassen können.

Geschäftsmodell kurzfristig auf Notlage anpassen

Wie relevant seid ihr?

Nachdem ihr euch eine Übersicht über eure Liquidität verschafft habt, solltet ihr euch die Frage stellen, ob euer Geschäftsmodell in diesen Krisenzeiten überhaupt (noch) relevant ist. Die Aufgabe lautet: Arbeitet an der Relevanz eures Geschäftsmodells für die Kunden.

Selbst wenn ihr vor Corona ein super laufendes Geschäft hattet, müsst ihr jetzt vielleicht feststellen, dass eure Leistung in diesen Zeiten doch nicht systemrelevant ist. Das ist bitter. Noch bitterer ist es, wenn ein gut laufendes Geschäft aus sehr guten Gründen verboten wird, wie z. B. der Betrieb von Restaurants. Man dachte, Essen sei relevant, aber plötzlich gehen die leckeren Sandwiches nicht mehr, da die Menschen nicht mehr ins Büro kommen und daher auch ihr Mittagessen nicht mehr bei euch kaufen können.

Die Corona-Krise zeigt gnadenlos, ob euer Geschäftsmodell systemrelevant ist. Euer Ziel in dieser Phase sollte sein, das eigene Geschäftsmodell (wieder) relevant zu machen – auch in diesen Zeiten.

Die Alternative wäre natürlich, nur die Schäden zu minimieren und einfach abzuwarten, bis wieder alles so sein wird, wie früher. Nur: Wird es das?

Könnt ihr eure Kunden über neue Vertriebskanäle erreichen?

Wenn ihr glaubt, dass ihr immer noch ein starkes Nutzenversprechen habt, dann überlegt euch, ob ihr nicht neue Vertriebs- und Kommunikationskanäle aufbauen könnt.

Wenn euer Restaurant nicht mehr öffnen darf, könnt ihr überlegen, ob das Essen nicht auch anders zum Kunden kommen kann. So stellen viele Restaurants auf Lieferservice um oder öffnen einen Take-away, der noch erlaubt ist.

Aber auch hier muss man realistisch bleiben. Ein Sterne-Restaurant wird vielleicht ein paar Gerichte pro Tag verkaufen, aber ob sich der Aufwand wirklich lohnt, ist fraglich. Aber um verderbliche Ware im Lager zu verwenden und um die Kundenbindung aufrecht zu erhalten, ist es trotzdem eine gute Idee.

Überlegt euch, ob Online eine Option ist für euch ist. Vielleicht könnt ihr telefonisch Aufträge annehmen oder ein Take-away hochziehen? Auch persönliche Dienstleistungen, wie Coaching oder Unterricht, lassen sich über Onlinetools erbringen. Es ist eine Umstellung, aber es geht.

Welche Ressourcen oder Kompetenzen habt ihr, die in dieser Krise relevant sind und gebraucht werden?

Jetzt kann man sich darüber ärgern, dass man nicht mehr relevant ist, oder sich überlegen, was man kurzfristig mit seinen bestehenden Schlüsselkompetenzen und Ressourcen noch machen kann.

Der erste Schritt ist, dass ihr euch überlegt, welche Kompetenzen und Ressourcen ihr habt, die in dieser Situation gebraucht werden. So kann ein Betrieb, der edle Waschseifen herstellt, überlegen, ob er nicht Desinfektionsmittel herstellen kann, die eben auch pflegende Substanzen enthält. Dafür muss er aber Partner finden, die ihn mit den richtigen Zutaten wie Alkohol beliefern. Der zweite Schritt ist dann, Kunden zu finden und die richtigen Vertriebswege aufzubauen, damit das Produkt an die neuen Kunden kommt.

So kann ein Ladenbauer, der sonst schicke Bekleidungsläden baut, Lebensmittelhändlern helfen, ihre Kassen schnell Corona-sicher zu machen. Die Fähigkeiten haben die Ladenbauer, aber es braucht eben auch Telefonakquise, um möglichst schnell an Aufträge zu kommen.

Akzeptieren muss man aber auch, dass die Margen in diesen systemrelevanten Geschäftsfeldern unter Umständen nicht dem entsprechen, was man im Luxussegment vorher verdient hat.

Welche Kompetenzen müsst ihr schnell aufbauen?

Viele der hier genannten Punkte, wie Onlineunterricht, brauchen neue Kompetenzen, die ihr aufbauen könnt. Youtube bietet für fast alles Tutorials. Schaut euch an, wie man ein perfektes Webinar gestaltet oder welche Hardware dafür gebraucht wird.

Nutzt die ruhigere Zeit, um euch weiterzubilden.

Könnt ihr ganze Teams an andere Unternehmen verleihen?

Überlegt euch, welche Unternehmen jetzt einen riesigen Bedarf nach Mitarbeiter*innen haben. Krankenhäuser müssen Schleusen einrichten, neue Betten und Isolationsabteilungen einrichten. Das können sie nicht mit ihren Mitarbeiter*innen alleine machen. Diese Unternehmen suchen händeringend gute Mitarbeiter, die unter Stress und gut im Team arbeiten können.

Für diese Unternehmen ist es einfacher, ganze Teams von anderen Firmen einzustellen, als einzelne Mitarbeiter zu rekrutieren, die sich nicht kennen. Überlegt euch, an wen ihr euch und euer Team ausleihen könnt.

So wurden schon Teams von Messebauern, sprich denjenigen, die Stände auf Messen bauen und aufstellen, von Versandhändlern ausgeliehen, denn von diesen Menschen wissen sie, dass sie hart körperlich unter hohem Zeitdruck arbeiten können. Supermärkte suchen Logistiker, die anpacken können und mit einem Transporter Ware ausliefern können.

Ärzte, die Vorsorgeuntersuchungen machen, dürfen diese heute nicht mehr durchführen. Sie könnten mit ihrer gesamten Mannschaft Aufgaben in überlasteten Bereichen des Gesundheitswesens übernehmen.

Vergesst euren Unternehmensgeist und eure Werte nicht

Trotz der Krise: Macht euch nicht verrückt und glaubt an eure Werte. Nutzt die Situation nicht aus und werdet nicht zu Wucherern, die vollkommen überteuert Masken verkaufen. Die Zeiten sind kurzfristig hart und ihr müsst sie überstehen, aber danach kommt wieder normales Leben.

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An eurem Geschäftsmodell für später arbeiten

Wenn ihr genügend Puffer habt, solltet ihr auch an eurem Geschäftsmodell arbeiten, um es noch besser zu machen und zu schärfen, sprich relevanter für eure Kunden zu werden. Wie das geht, besprechen wir in einem späteren Beitrag.

Notwendiges jetzt durchführen, wenn die Zeit da ist

Kurzfristig könnt ihr aber Dinge, die ihr so oder so in den nächsten Monaten machen wolltet oder schon lange aufgeschoben habt, jetzt umsetzen. Jetzt habt ihr Zeit. Streicht eure Praxisräume neu. Wenn ihr noch Geld habt, könnt ihr auch einen Maler beauftragen, so dass ihr unter Anleitung professionell eure Räume renoviert. So schafft ihr Arbeit für einen Maler und ihr lernt unter Aufsicht, eure Räume professionell zu streichen. Macht dies natürlich mit der gebotenen Distanz.

Fragt euch, was ihr noch alles machen wolltet: Eine neue Webseite? Einen Blog starten? Videotutorials produzieren? Neue Produkte entwickeln, für die ihr bisher keine Zeit hattet?

Ihr merkt, in der Krise liegt auch eine Chance. In diesem Sinne.

Dr. oec. Patrick Stähler

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bhp