Versicherungen
20.07.2015

Selbstständige und Altersvorsorge:
Die 5 wichtigsten Handlungsempfehlungen aus unserer Telefonaktion

Wollen Sie an Ihrem Geschäftsmodell arbeiten?

Altersvorsorge ist ein unbequemes Thema. Als Selbstständige/r ist man dafür auch noch allein verantwortlich, selbst bei knappen Einnahmen. Ein neues Angebot der FIRMENHILFE bot im Juli 2015 die Gelegenheit, mit unserem Altersvorsorgespezialisten Marco Habschick telefonisch etwas System in die Angelegenheit zu bringen.

Hier die meistgegebenen Anregungen und Handlungsempfehlungen

  1. Oberste Priorität hat der „Motor“: Das Einkommen ist die einzige Quelle für alles Geld in der Zukunft (falls man nicht noch erbt). Falls diese Quelle versiegt, ist jedes Altersvorsorgekonzept hinfällig. Für Selbstständige wie Angestellte heißt es daher: Berufsunfähigkeit absichern. Selbstständige müssen sich darüber hinaus voll auf Kundengewinnung und Umsatz konzentrieren. Erst mit einigermaßen stabilen Einnahmen wird Altersvorsorge realistisch.
     
  2. Finanzen nach dem „Terrassenmodell“ aufbauen: Langfristige Altersvorsorgeverträge, die man beim nächsten Liquiditätsengpass wieder auflösen muss, sind keine Lösung. Bei der schwierigen Balance zwischen jederzeitiger Zahlungsfähigkeit und möglichst gut angelegtem Geld hilft das Terrassenmodell: Wie das Wasser auf den Äckern eines Bergbauern sollte Geld im Prinzip von oben nach unten fließen (siehe Abbildung). Terrasse 1 ist das unverzinste Giro- bzw. Geschäftskonto. Hier sollte kein Geld liegen, das nicht in den kommenden Tagen gebraucht wird. Jeder überschießende Euro fließt besser in die Liquiditätsreserve (Terrasse 2, z.B. Tagesgeldkonto), wo es Zinsen gibt. Hier sollte früher oder später so viel liegen, dass Sie eine definierte Umsatzflaute (z.B. sechs Monate) überstehen. Erst dann können Sie sich voll auf die Terrassen 3 und 4 konzentrieren. Terrasse 3 steht für den Topf, aus dem man mit Sicht auf 3-5 Jahre auch wieder Geld entnehmen können soll, z.B. für Investitionen (Zwecksparen). Terrasse 4 steht für die langfristigen Anlagen, die nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie bis zum Alter laufen können. Eine kostenfreie, anonyme und unverbindliche Online-Umsetzung dieses Systems ist der „Terrassomat“ des Deutschen Instituts für Altersvorsorge.
     
  3. Kredittilgung schlägt jede risikolose Geldanlage: Laufen bei Ihnen aktuell Kredite (insbesondere teure Kontokorrentdarlehen), ist deren Tilgung durch die eingesparten Zinsen fast immer die beste risikolose Geldanlage. Das bedeutet: Von einigen Spezialfällen und Steuerkonstrukten abgesehen, müssen Sie sich erst dann ernsthaft mit Geldanlagen befassen, wenn die Kredite abbezahlt sind. Das macht die Welt um einiges übersichtlicher.
     
  4. Fachfragen und Umsetzung delegieren: Gut organisierte Finanzen, wie oben beschrieben, sind noch recht einfach zu erreichen. Komplexer wird es (erst) bei der konkreten Umsetzung. Produktauswahl und Anlagestrategie sollten Sie professionell delegieren: Fachleute suchen, einen klaren Lösungsauftrag vergeben und dabei selbst Kontrolle und Verantwortung behalten. Achten Sie darauf, dass Ihr Gegenüber möglichst in Ihrem Auftrag handelt und auch Ihnen gegenüber haftet (Makler oder Honorarberater) und holen Sie eine zweite Meinung ein. Jeder seriöse Berater wird das akzeptieren.
     
  5. Bei düsterer Perspektive alternative Strategien suchen: Viele FIRMENHILFE-Nutzer sagen uns „Auf Terrasse 4 komme ich doch nie an!“ und haben vielleicht sogar recht damit. Sie sollten sich dieser Herausforderung allerdings stellen. Die Aufgabe lautet, schonungslos ehrlich mit sich zu sein, um passende Antworten für alle Terrassen zu finden. Diese Erkenntnis ist ein wichtiger Schritt zur Lösung und kann durchaus Kreativität nötig machen: Haben Sie keine Möglichkeit, ausreichend Geld fürs Alter zusammen zu bekommen, sollten Sie frühzeitig alternative Vorsorgestrategien entwickeln. Gibt es z.B. noch ein Haus der Eltern, tun Sie als Erbe vielleicht gut daran, dieses durch eigene handwerkliche Arbeit in Schuss zu halten. Auch alternative, kostengünstige Wohnformen im Alter (Genossenschaften, Wohnprojekte, Wohngemeinschaften u.ä.) können ein Ansatz sein. Und selbst der Erhalt der eigenen Gesundheit kann unverzichtbar werden, wenn Sie davon ausgehen, bis ins hohe Alter hinein arbeiten zu müssen. Altersvorsorge ist also kein rein finanzielles Thema.

Marco Habschick ist Experte für digitale Beratungsprozesse bei Finanzentscheidungen. Als Altersvorsorgespezialist bei evers & jung in Hamburg berät er auch für die FIRMENHILFE zu diesem Thema.

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